Maßnahmen gegen Homo- und Transphobie gefordert

Nicht nur in 2016 ist die Zahl der Straftaten gegen Homo- und Transsexuelle um 15% gestiegen. Auch im 1. Halbjahr 2017 hat die Zahl um weitere 26% zugenommen. Da wir in diesem Bereich aus verschiedenen Gründen (u.a. Scham der Betroffenen, fehlende Akzeptanz der Behörden) von einer hohen Dunkelziffer ausgehen können, ist dieser sichtbare Anstieg erschreckend.

Alleine in den ersten 6 Monaten 2017 wurden 130 Taten mit politisch motiviertem trans- und homophobem Hintergrund verzeichnet.

„Die CSDs im Land kämpfen seit vielen Jahren für Vielfalt und Akzeptanz.“, so CSD-Deutschland Sprecher Kai Bölle. „Das dieser Kampf auch mit dem Erfolg bei der Öffnung der Ehe nicht zu Ende ist, wird durch diese Entwicklung dokumentiert.“

Der CSD Deutschland fordert von der Bundesregierung, Aktionspläne gegen Homo- und Transphobie. Bildung und Aufklärung seien wichtig, um den vielen Vorurteilen, Befindlichkeiten und traditionellen Rollenklischees entgegenzutreten. Dazu sei es allerdings auch notwendig, dass die Bundesregierung mit einer Haltung der Akzeptanz voran gehe.

„Konkret fordern wir finanzielle Unterstützung für Schulaufklärungsprojekte, für die Lehrerfortbildung und die Ausstattung der Universitäten in den pädagogischen Studiengängen.“, so Bölle weiter. Wenn „Schwul“ weiterhin das meistgebrauchte Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen sei, dann wundere es nicht, wenn die Gewaltbereitschaft gegenüber Schwulen, Transsexuellen und Lesben steige.

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